Hans Jürgen Sobotas Lieblingsgedichte

 

 

 

Fremd Gedicht ?

 

Sagt,

was soll ich schreiben noch,

wo sie schon alles schrieben,

mein Schluß ist der, sowie bei mir

das irgendwo, da innendrin

wir doch das Leben lieben.

Hans Jürgen Sobota

 

 

 

Hier meine  ?fremden?  Lieblingsgedichte

 

 

In den Abend.

 

Aus krummen Nebeln wachsen Köstlichkeiten.

Ganz winzge Dinge wurden plötzlich wichtig.

Der Himmel ist schon grün und undurchsichtig

Dort hinten, wo die blinden Hügel gleiten.

Zerlumpte Bäume strolchen in der Ferne.

Betrunkne Wiesen drehen sich im Kreise,

Und alle Flächen werden grau und weise . . .

Nur Dörfer hocken leuchtend: rote Sterne --

 

Alfred Lichtenstein

 

 

 

 

 

SELIGE SEHNSUCHT 

 

 Sagt es niemand, nur den Weisen,

Weil die Menge gleich verhöhnet!

Das Lebendge will ich preisen,

Das nach Flammentod sich sehnet. 

 

 In der Liebesnächte Kühlung,

Die dich zeugte, wo du zeugtest,

Überfällt dich fremde Fühlung,

Wenn die stille Kerze leuchtet. 

 

 Nicht mehr bleibest du umfangen

In der Finsternis Beschattung,

 Und dich reißet neu Verlangen

Auf zu höherer Begattung. 

 

 Keine Ferne macht dich schwierig,

Kommst geflogen und gebannt,

Und zuletzt, des Lichts begierig,

Bist du, Schmetterling, verbrannt.  

 

Und so lang du das nicht hast,

Dieses: Stirb und werde!

 Bist du nur ein trüber Gast

 Auf der dunklen Erde. 

 

GOETHE

 

 

 

Ihr seid Euch begnet

und habt beschlossen

für immer zusammenzubleiben.

In der Hoffnung auf ein Leben

unter einem guten Stern

bis das ein sanfter Tod Euch scheidet.

 

Liebt einander,

aber lasst Raum zwischen Euch,

lasst die Liebe nicht zur Fessel werden.

Lasst sie ein wogendes Meer

zwischen den Ufern Eurer Seelen sein.

 

Gebt einander von Eurem Wein

aber trinkt nicht aus dem selben Becher.

Gebt einander von Eurem Brot

aber esset nicht vom selben Laib.

 

Singt, tanzt und lacht zusammen,

aber laßt auch jeden von Euch allein sein,

so wie die Seiten einer Laute allein sind

und doch von derselben Musik erzittern.

 

Gebt Eure Herzen ,

aber nicht in des anderen Hand,

denn nur das Leben soll Eure Herzen umfassen.

Und steht zusammen, doch nicht zu nah:

Denn die Zypresse wächst nicht im Schatten der Zeder.

Und die Säulen des Tempels stehen für sich,

allein.

 

Hannes Wader nach einem Text von Khalil Gibran

 

 

 

 

Jedes menschliche Wesen hat sein Gesetz,

wenn wir es nicht zu erkennen vermögen,

so wollen wir den Kopf beugen,

statt ihn hochmütig zu erheben.

Es ist töricht,

daß wir uns für überlegen halten,

nur weil ein Mensch sich nach Gesetzen bewegt,

die wir nicht kennen.

M. Tobino

 

 

 

 

noch immer

sei stark!
die wölfe lauern noch immer.
auch wenn du die rote kappe schon lange abgelegt hast,
sehen sie dich noch immer als gefundenes fressen.

wehre dich!
die großmütter warten noch immer.
lass dich nicht von müttern auf wege schicken,
die du gar nicht gehen willst.

sei mutig!
die jäger gibt es noch immer.
obwohl du deinen weg auch alleine kennst,
bieten sie dir ihren schutz an.

mach die augen auf!
die blumen blühen noch immer.
pflücke sie und trinke den wein
nur zu deinem spaß

sei frei!
lass die wölfe verhungern,
die großmütter warten,
verjage die jäger.
aber pflücke die blumen.

© Lobelia

 

schneewittchen

 

schneewittchen, du gutes kind,

bist immer gefragt als unser vorbild!

so rein sollen wir sein wie du.

das blut will keiner dazu.

 

so weiß wie der schnee, so rein wie der tau.

wir sollen so werden wie du, gute frau.

schön und stolz,

weiß wie schnee - taub wie holz.

 

am apfel ersticken,

und noch im gläsernen sarg:

vor schönheit die männer erquicken -

 

ich finde das ARG!!!

 

© Lobelia

 

aschenputtel

die tauben gurren:
sei ordentlich, fleißig und rein
die katzen schnurren:
so muss ein artiges mädchen sein
die bienen surren:
dein herz gehört dem prinzen allein

doch die hunde knurren:
hau die schlechten ins töpfchen
steck die guten ins kröpfchen
du brauchst auch kein ballkleid
und goldene schuh

- sei einfach du


© Lobelia

 

 

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Das wa(h)ren Hans Jürgen Sobotas

seine Lieblingsgedichte

 

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