Spezialwissen zu  TOI GYE  HYONG von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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7. Hyong : TOI - GYE

 

Toi-Gye (oder Toe-Gye) ist der Schriftstellername des Gelehrten Yi-Hwang

(1501 -1570)  Gilt als der wohl größte Philosoph auf dem Gebiet des Neukonfuzianismus in Korea.

Die 37 Bewegungen der Hyong beziehen sich auf seinen Geburtsort, der auf dem 37 Breitengrad liegt. Das Diagramm der Hyong entspricht dem Schriftzeichen für Gelehrter.

 

Kommentar :

Konfuzius (Koreanisch: Kongja)  551-479 vor Christus, Zeitgenossen : Phytagoras, Buddha

Nach der Lehre des Konfuzius geht das Wohlbefinden des Volkes über die Interessen der Regierung

Er selbst hat keine schriftlichen Unterlagen hinterlassen. Spekulationen über Götter oder das Jenseits interessierten ihn nicht. 

Die in Familie und Gesellschaft zu erfüllenden Pflichten faßt er in den fünf Beziehungen zusammen:

 

1.

Fürst

zu

Untertan

 

 

 

 

Alle Pflichten sind in der Ur-Morallehre des Konfuzius in beide Richtungen zu verstehen

 

                   

2.

Mann

zu

Frau

3.

Vater

zu

Sohn

4.

älterem Bruder

zu

jüngeren Bruder

5.

Freund

zu

Freund

 

Der Konfuzianismus soll etwa  im 4. Jahrhundert über China nach Koguryo, Paekche gekommen sein spielte aber im Vergleich zum Buddhismus eine untergeordnete Rolle. Gedanken des Neu - Konfuzianismus entwickelt vom chinesischen Philosophen Chu Hsi (1130-1200) kamen im 13. Jahrhundert nach Korea.

Toi-gye entwickelte die  Metaphysik des Neukonfuzianismus weiter.

Einer seiner Zeitgenossen und  Kritiker war  Yi-I (Yul-Gok, siehe auch unter Spezialwissen zu fünften Hyong). 

 

Toi-gye war Rektor einer der ersten Privatschulen des Landes und verschaffte dieser eine Widmung des Königs. Es bildeten sich im Laufe der Zeit immer mehr solcher Privatschulen ( So-Won,  mit folgenden Privilegien : kein Wehrdienst, Landschenkungen, keine Steuerpflicht, usw.) die schnell zu Kaderschmieden der sich Ende des 16 Jahrhunderts  bildenden politischen Parteien wurden.  Aus Anfangs zwei  Richtungen, Westleute und  Ostleute, entstanden im Laufe der Zeit immer mehr politische Richtungen.

Diese Parteien bestanden nur aus Angehörigen der Oberschicht und dienten nur der Interessenvertretung ihrer politischen Glaubensrichtung, der Stellenbeschaffung für ihre Vertreter und Mitglieder, der direkten Einflußnahme auf den Regierungsapparat.

Kam eine Partei an die Macht wurden alle wichtigen Posten an Mitglieder vergeben, während die Mitglieder der unterlegenen Gruppe aus diesen Ämtern entfernt wurden. 

Das heißt "Entfernen" hieß in der Regel: Hinrichtung, Verbannung, Verlust der Privilegien usw.. Das alles wurde dann mit der richtigen Auslegung der Lehren des Konfuzius begründet, was wiederum bedeutete das keinerlei  Kompromiß  (wie oft in Glaubensfragen)  möglich war.

Diese Geisteshaltung findet man noch im heutigen Korea (1995, beide Staaten), nicht umsonst gibt es die ITF und die WTF.

Toi Gye faßte übrigens auch die alten Naturheilkünste Koreas in dem Buch "Die innere Heilung des Menschen" ("Hwal In Shim Bang") zusammen.

 

 

SWH07      4.95 Stand 10.2000     1 Seite    Seite 1

von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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