Spezialwissen zu  YUL GOK  HYONG von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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5.Hyong : YUL - GOK

 

Yol-Gok ist das Pseudonym des großen Philosophen und Gelehrten Yi  I

Er lebte von 1536 bis 1584 n. Chr. und wurde auch der koreanische Konfuzius genannt .

Die 38 Bewegungen der Hyong beziehen sich auf seinen Geburtsort, der auf dem 38 Breitengrad liegt. Das Diagramm der Hyong entspricht dem Schriftzeichen für Gelehrter.

 

Kommentar :

Konfuzius (Koreanisch:  Kongja)  551-479 vor Christus, Zeitgenossen : Phytagoras, Buddha

Nach der Lehre des Konfuzius geht das Wohlbefinden des Volkes über die Interessen der Regierung

Er selbst hat keine schriftlichen Unterlagen hinterlassen. Spekulationen über Götter oder das Jenseits interessierten ihn nicht.  Die in Familie und Gesellschaft zu erfüllenden Pflichten faßt er in den fünf Beziehungen zusammen:

 

1.

Fürst

zu

Untertan

 

 

 

 

Alle Pflichten sind in der Ur-Morallehre des Konfuzius in beide Richtungen zu verstehen

 

                   

2.

Mann

zu

Frau

3.

Vater

zu

Sohn

4.

älterem Bruder

zu

jüngeren Bruder

5.

Freund

zu

Freund

 

Der Konfuzianismus soll etwa  im 4. Jahrhundert über China nach Koguryo, Paekche gekommen sein spielte aber im Vergleich zum Buddhismus eine untergeordnete Rolle.

Gedanken des Neu-Konfuzianismus entwickelt vom chinesischen Philosophen Chu Hsi (1130-1200) kamen im 13. Jahrhundert nach Korea.

Folgender Versuch der Erklärung, entnommen "38mal Korea, Gebhard Hielscher, Seite 87"  :

 

Der Kern dieser Lehre ist die Wechselwirkung zwischen  Sein und Wollen, die durch die beiden chinesischen Grundbegriffe chi und li ausgedrückt werden.

Chi  bezeichnet den konkreten unvollkommenen Zustand der mit Mängeln behafteten jeweiligen Erscheinungsform.

Li ist der anzustrebende Zustand der Vollkommenheit, der als eine Art Urprinzip allen Dingen, Lebewesen, vor allem Menschen innewohnt und gewissermaßen ihr eigentliches Wesen darstellt.

Aus dem Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Kräften werden anhand von Beispielen aus der chinesischen Frühgeschichte Verhaltensmuster für alle Lebenslagen abgeleitet und in einer voluminösen Kommentar-Literatur immer weiter entwickelt.

 

Yul-Gok war ein Vetreter der beiden sich bildenden koreanischen  Neukonfuzianismus-Richtungen im 16. Jahrhundert. Die Geschichte und die Lehren des  Neu-Konfuzianismus in Korea ist zu umfangreich und zu kompliziert, um hier dargestellt zu werden. Die Buddhistischen Lehren wurden unterdrückt, unter anderem  wurde versucht die Einführung der Volksschrift Han-Gul zu unterbinden.

 

Also eine Lehre wie geschaffen  zur Machterhaltung. Ihr Einfluß  ist heute noch überall in Korea spürbar, in der Staatsführung, im Polizeiapperat, im Militär, im Patriarchatsprinzip auch am Arbeitsplatz, in den Gehorsamsstrukturen innerhalb der Familien, an der untergeordneten Stellung der Frauen. Der Neu-Konfuzianismus hat einerseits die Y-Dynastie bis in das 19. Jahrhundert an der Macht gehalten aber auch  zum Niedergang Koreas geführt.

Literaturhinweise kann ich geben.

 

 

SWH05      4.95 Stand 10.2000     1 Seite    Seite 1

von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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