Spezialwissen zu WON-HYO  HYONG von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

Zurück zu Lehrunterlagen

 

4.Hyong : WON - HYO

 

die 4. Hyong ist nach dem Mönch Won-Hyo benannt.

Dieser lebte 617 - 686 n. Chr während der Silla-Dynastie und war ein berühmter buddhistischer Mönch der die verwitwetet Prinzessin Yosok heiratete. Mit der  Prinzessin  zeugte er einen Sohn den großen konfuzianischen Gelehrten Sol  Chong.  Won Hyo Hyong hat 28 Bewegungen.

 

Kommentar :

Diese Heirat soll  in Zusammenhang stehen mit der Befreiung eines Teils der  buddhistischen  Mönche vom Gebot der Keuschheit.

Daß der Buddhismus erst im Jahr 668 durch den Mönch Won-Hyo in Silla  eingeführt wurde (steht in allen möglichen TKD-Büchern),  dürfte meinen Kenntnissen nach historisch nicht korrekt sein.

Im kleinen Diamantgebirge (Kwanak-San) gründete Won-Hyo einige zum Teil noch heute bestehende Einsiedeleien. Im Jahre 634  ließ Königin Sondok den "Tempel des berühmten Kaisers"  als Sitz der Dharmata-Schule (Popsong-jong) des Won-Hyo errichten. Er gilt als brillianter Denker, Verfasser philosophischer Schriften und Exzentriker in die Geschichte des koreanischen Buddhismus. Zu seinen Ehren wurde im Kloster Silluk-Sa ein Pagode errichtet.

 

Folgenden Texte fand ich in dem Buch  "Die Religionen Koreas",  Seite 140 von Frits Vos  :

 

Won-Hyo machte den Buddhismus gemeinverständlich. Laut Überlieferung  pflegte er auf der Straße mit dem Volk zu trinken und zu tanzen, wobei er sich durch das Singen selbstgemachter 'Schlager'  religiösen  Inhalts begleitete.

Berühmt ist die Geschichte von seiner Erleuchtung : Der junge Won-Hyo reiste mit Uisang  (ein weiterer berühmter Mönch) nach China  um den Buddhismus zu studieren. In der Nacht suchten sie eine Herberge, fanden aber nur eine leerstehende Wohnung, in der sie sich zur Ruhe begaben. Mitten in der Nacht erwachte Won-Hyo mit brennendem Durst. Im Zimmer herumtappend fand er zum Glück einen Napf voll herrlich frischen Wasser. Beim Tagesanbruch stellte sich heraus, daß die Priester die Nacht in einer Grabkammer verbracht hatten und daß der Napf ein menschlicher Schädel war. Angewidert erbrach sich Won-Hyo, aber im selben Augenblick gelangte er zu folgender Einsicht :

 

"Wenn das Bewußtsein entsteht, entstehen die unterschiedenen  Phänomene.

Wenn das Bewußtsein verschwindet, verschwinden auch die Phänomene.

Die drei Welten [die Welt der Begierde - die Welt der Form - die formlose Welt des reinen Geistes) sind nichts anderes als geistige Erkenntnis.

Alle Phänomene sind nichts anderes als Bewußtsein."

 

Ihm war übel geworden, als er durch Wahrnehmung sich dessen bewußt wurde, daß der Napf  tatsächlich ein Schädel war; erst dann war seine Unbekümmertheit in Angst umgeschlagen. Gegensätze wie die zwischen Reinheit und Unreinheit, Friede und Unfriede, werden nur vom Bewußtsein gebildet existieren jedoch nicht in Gegenständen an sich. Weil er einsah, daß man auch in Korea die Erleuchtung erreichen könne, gab Won-Hyo seine Chinareise auf  und kehrte zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hauptbuddha im

Sokkuram-Grottenschrein

8. Jahrhundert Korea

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SWH04      4.95 Stand 10.2000     1 Seite    Seite 1

von Hans Jürgen Sobota

für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

Zurück zu Lehrunterlagen