Grundlagenwissen TAEKWON-DO Schrift Nr. 16  von Hans Jürgen Sobota für

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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Die Taekwon-Do -- Gürtel (Ty)

Es gibt sechs Klassen von Gürteln.

Die Gürtel sind fünf Zentimeter breit und fünf Millimeter dick.

In meiner Schule ist am jeweiligen Ende des Gürtels ein fünf bis zehn Millimeter breiter Streifen.

10 mm und auf beiden Seiten weil ich allmählich schlechter sehe.

Die Entfernung zwischen dem Streifen und dem Ende des Gürtels beträgt fünf Zentimeter.

  Der Knoten des Gürtels öffnet sich symbolisch zum Herzen hin, also nach linkS.

 

 

 

Bezeichnungen

 

 

 

 Rangordnung

 

Schwarzer Gürtel

 

Erste bis neunte Grad 

 1. DAN bis 9. DAN

Roter Gürtel mit schwarzem Streifen

 

 

 

Erste Stufe

 1. KUP

Roter Gürtel                         

 

Zweite  Stufe

 2. KUP (ab 12 Jahre*)

Blauer Gürtel mit rotem Streifen  

 

 

 

Dritte Stufe

 3. KUP

Blauer Gürtel

 

Vierte Stufe

 4. KUP (ab 11 Jahre*)

Grüner Gürtel mit blauem Streifen

 

 

 

Fünfte Stufe

 5. KUP

Grüner Gürtel 

 

Sechste Stufe

 6. KUP (ab 10 Jahre*)

Gelber Gürtel mit grünem Streifen

 

 

 

Siebte Stufe

 7. KUP

Gelber Gürtel

 

Achte Stufe

 8. KUP (ab 9 Jahre*)

Weißer Gürtel mit gelbem Streifen

 

 

 

Neunte Stufe

 9. KUP

Weißer Gürtel

 

Zehnte Stufe

10. KUP (ab 8 Jahre*)

 

 

 

 

 

 

Kup 10-1

Dan 1-9

So habe ich das Übersetzungs-Wirrwar in den Taekwon-Do Lehrbüchern für meine Schule entzerrt.

 

Englisch

Grade

Degree

 

Deutsch

Stufe

Grade 

 

*Diese Zeitangaben gelten für die TSG Schwerte, sie sind eng mit regelmäßigem Training und Reifezeiten verknüpft.

 

Die Farben der Gürtel sollen sich aus der koreanischen Tradition erklären.

Die Farben Schwarz, Rot und Blau zeigten während der Silla-Dynastie (ab 668 n. Chr.) die verschiedenen Ränge in der Hierarchie an.

Es gibt übrigens mehrere Erklärungen zu den Gürtelfarben.

Die Gürtelsysteme sind erst im 20. Jahrhundert entstanden.

Im modernen Taekwondo ist für nicht volljährige Inhaber des Schwarzen Gürtels die Farbe des Gürtels halb schwarz und halb rot.

Bei mir tragen nicht volljährige Inhaber des schwarzen Gürtels einen normalen schwarzen Gürtel, denn Reife gilt vor Alter.

Der schwarze Gürtel ist bei mir möglich mit dreizehn Jahren, wenn man mit acht Jahren begonnen hat. Bisher haben mir „meine“ Kinder gezeigt daß sie viel klüger sind.

 

Siehe auch meine Schrift GW06, "Lehrrichtlinie traditionelles Taekwon-Do und Prüfungsordnung

 

 

Gedanken zum Gürtelsystem

 

Hierzu Auszüge aus meinem Brief um 1997 an einen Aikidomeister der Probleme mit der Akzeptanz des europäischen Gürtelsystems der Kampfkunst Aikido hatte.

Er ist übrigens Experte für WIRBEL, für Rückenprobleme.

 

Lieber Xxxxxx,

folgendes schriftlich der Klarheit der Gedanken wegen.

Vielen Dank für Ihre Äußerungen zum Schwarzgurt, Sie haben mir damit sehr geholfen.

Sie müssen aber bedenken :

Ob Sie (oder ich) einen schwarzen Gürtel haben, aber auch ob Sie Aikido (oder ich Taekwon-Do) betreiben oder nicht, ist unwichtig. Es ist nur für Sie (mich) wichtig.

 

Im Judo zum Beispiel schließt sich der Kreis der Gürtel, wenn auch nicht ganz, der letzte ist rot/weiß 1).

Das ist im Aikido meines Wissens nicht so.

Trotzdem ist der schwarze Gürtel nichts ohne den weißen Gürtel.

 

Stellen Sie sich vor alle Gürtelstufen entsprechen einer Wirbelsäule, jede Gürtelfarbe steht für einen Wirbelkörper oder Bewegungslehresegment. Jeder Gürtel (Segment) funktioniert nur im Zusammenklingen (Harmonie) mit den anderen. Ein isolierter Gürtel (Segment) ist nicht möglich.

Wurde die Entwicklung nur eines Gürtels gestört hat es Auswirkungen vor- wie  rückwärts auf alle anderen.

 

Das gilt auch für Schwarzgurte die noch der Wirbelsäule der Gürtel (oder Wirbelkrücke) bedürfen (im Taekwon-Do gibt es drei mal drei = neun Schwarzgurte).

Zur guten Entwicklung dauern die 10 Gürtelfarben Weiß bis erste Schwarz bei mir 5,5 bis 7 Jahre, schneller geht es nicht.

Schwarz symbolisiert für mich den Eintritt ins Universum, sie sehen die Erde und beginnen zu ahnen.

Wirbelkrücke auch deshalb weil man im All keine Wirbel braucht.

 

Auch ich habe meine Krücke symbolisch nach dem 3. Dan 1995 (er ist für mich der letzte) weggeworfen 2), denn :

 

1. Ich bin soweit, daß ich anfange nicht zu sehen, nicht zu zwingen, nicht zu wollen.

2. In meinem früheren Taekwondoverband muß man immer weniger tun und können, um ihn zu bekommen.

3. Kampfkunstgürtel sind seit Jahren frei verkäuflich (zwischen 10 DM und 2000 DM) 3)

 

Trotzdem trage ich den "magischen Anzug" und den schwarzen Gürtel mit Stolz,

denn

+    Die Gürtel ermöglichen mir meine Bewegungslehre in all ihren Bereichen sinnvoll und wohlgeordnet, in Harmonie auch mit mir, zu lehren

 

+    Der schwarze Gürtel ist der Anreiz für die, die bis zu einer individuellen Stufe, der Wirbelkrücke (Gürtel) bedürfen.

 

+    Ich kann MEINE Kampfkunst nicht ohne meine PartnerInnen betreiben. 4)

 

+    Ohne Schüler lernt der Lehrer nichts. Die Schüler sind die Lehrer. Wie sollte ich mich weiterentwickeln ? 4)

+    Ich selbst hätte noch vor einiger Zeit nicht damit umgehen können, wenn ein Schüler sich geweigert hätte den erworben Gürtel zu tragen. Ich hätte es als Zurückweisung meiner Mühen um ihn empfunden. Selbst heute würde ich ihm wegen mangelnder Höflichkeit und Selbstdisziplin keine neuen Fertigkeiten vermitteln.

 

+      Schlechte schwarze Gürtel sind in der Schuld des Lehrers, jeder muß von Anfang so ausgebildet werden als wenn er Lehrer würde. Damit entzerrt sich auch das Problem der Vergleichbarkeit der Gürtel in einer Stufe.

 

Mit freundlichen Grüßen

Hans Jürgen Sobota

 

Klarstellungen Januar 2004 :

 

1)

Im Judo zum Beispiel schließt sich der Kreis der Gürtel, wenn auch nur für wenige, der letzte nach rot/weiß ist weiß. Zurück

 

2)

Darüber lohnt es sich kritisch nachzudenken, vielleicht ist sie, die Krücke, ja immer noch im Rucksack. Das gilt für alle Ebenen.

Nach Beobachtung meiner Umwelt noch klarer geschrieben:

Soll ich jemandem mit gebrochenem Fuß sagen:

Wirf die Krücke oder den Gips weg ?

Das „Raubtier Mensch“ ist fair, es wird Dir nichts tun.

Zeige im Kampf niemals das Du verletzt wurdest, wurde mir beim Taekwondo-Wettkampftraining eingetrichtert.

Zurück

 

3)

Kampfkunstgürtel sind seit Jahren frei verkäuflich (zwischen 5 Euro und 1000 Euro) oder man verleiht sie sich gegenseitig, wenn nicht gleich selbst. Original-Urkunden gibt es via Internetbestellung. Zurück

 

4)

+ Ich kann MEINE Kampfkunst nicht ohne meine PartnerInnen betreiben.

+ Ohne Schüler lernt der Lehrer nichts. Die Schüler sind die Lehrer. Wie sollte ich mich weiterentwickeln ?

Schön geschrieben, aber das ist allgemeingültig, mit oder ohne Gürtelsystem. Zurück

 

 

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Persönliches:

 

Ich habe nun vom Entstehen dieser Schrift Nr. 16 im Oktober 1997 bis heute, Januar 2004, in verschiedenen Foren sehr viel zu diesem Thema geschrieben, gnadenlos Für wie Wider.

Bei den meisten Fragen oder Beiträgen der anderen Forennutzer, Für oder Wider, klickte es bei mir und sagte: Nachtigall, ich hör Dir trapsen. Wir biegen uns das hin.

Ich habe überlegt ob ich all meine „klugen“ Gedanken hier noch einmal hinschreiben soll.

Ich will es bei folgendem belassen:

Trotz aller persönlichen schlechten Erfahrungen: Immer noch befürworte ich das Gürtelsystem.

Jedes wachsende System wir nun mal durch die Nivellierer von Innen zerstört. Da Systeme aber selbsterhaltend angelegt sind produziert dieses angegriffene System neue angepaßte Regeln bis es dann doch vor Aufgeblähtheit stirbt, es platzt. An seinen Platz treten, wenn man erkannt hat daß Chaos noch weniger Sicherheit bietet......... neue Systeme. Diese verkaufen dann Altes als Neues.

 

Nachdem ich ca. 1995 erstmals Großmeister, wie Arnold Rieser oder Rudi Grasser, kennenlernte, würde ich, wenn es mir noch nach meinen Maßstäben möglich wäre, jetzt acht Jahre später, weitere Dan-Prüfungen bei diesen beiden oder vergleichbaren Großmeistern ablegen.

Es geht darum daß ich einen Anreiz brauche um eine Leistung zu vollbringen die ich für mich und meine Entwicklung für wichtig halte. Da reicht eine Prüfungsordnung allein nicht aus.

 

Eine berechtigte Frage dazu wäre:

Warum muß ich, persönlich, eine Leistung, auf welchem Gebiet auch immer, erbringen?

Ich denke, bei meiner Wesensart:

Tag für Tag völlig gleich ist wie der Tod für meinen Geist und irgendwann für andere.

Jeden Tag Spitzenleistung ist der Tod für meinen Körper und irgendwann für andere.

Der Anreiz zur Leistung im mir förderlichen Rhythmus 5) wäre für mich das Erlebnis der Prüfung:

Schaffe ich das oder schaffe ich das nicht.

Der Reiz der Unwägbarkeit einzelner Prüfungsinhalte unter Streß, bei allem Selbstbewußtsein.

Das Wissen um das nötige Glück !

 

Einen „echten“ Großmeister bräuchte ich als Supervisor.

 

Und damit habe ich die Funktion eines Großmeisters im Gürtelsystem für mich ziemlich genau definiert.

Der Einwand, das geht aber auch ohne Gürtelsystem, gilt für mich nicht!

Ich brauche und liebe Regeln, weil ich durch deren Sicherheit, Zeit für ordentliches Lernen, für meine Entwicklung gewinne.

Es muß und kann, im polaren Lebenssystem, also beide Formen des Lernens und Lebens geben.

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Hier noch etwas zum Nachdenken aus dem wirklich uraltem Buch der Wandlungen:

 

Das I Ging Zeichen LÜ sagt dazu:

 

Himmel und See zeigen einen Höhenunterschied, der durch ihr Wesen von selbst gekommen ist und daher durch keinerlei Neid getrübt wird.

 

So muß es auch in der Menschheit Höhenunterschiede geben.

 

Eine allgemeine Gleichheit ist unmöglich durchzuführen.

 

Es handelt sich aber darum, daß die Rangunterschiede in der menschlichen Gesellschaft nicht willkürlich und ungerecht sind; denn dann ist Neid und Klassenkampf die unausweichliche Folge.

 

Wenn dagegen die äußeren Rangunterschiede einer inneren Berechtigung entsprechen und innere Würdigkeit der Maßstab für den äußeren Rang ist, dann beruhigen sich die Menschen dabei, und die Gesellschaft kommt in Ordnung.

 

Bedenken Sie beim Nachdenken, daß das Buch der Wandlungen, als „Orakel“ benutzt, die persönlichen Wandlungsmöglichkeiten des Einzelnen aus der momentanen Situation heraus aufzeigt. 

Und erst in zweiter Linie eine Aufzeichnung von Lebensweisheiten ist.

 

 

5)

Vergleichbar der Erkenntnis des Lebensrhythmus in der Lehrschrift von Monika Julia Ross :

„Die siebener Schritte der Entwicklung“

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H.J.Sobota    10.97 Stand  12.2007  4 Seiten  Schrift Nr. 16 

Taekwondo Sportgemeinschaft Schwerte e.V.

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