Und wo bitte gehe ich nun hin ???

 

Das folgende mag sich, oberflächlich gelesen, sehr arrogant anhören, besonders für sogenannte Eingeweihte.

Arrogant = anmaßend.

Richtig es ist mein Maß.

 

Und nun der Rat für Suchende, für Anfänger auf die Frage:

Was gibt es in meinem Dorf, meiner Stadt?

Welche Kampfkunst, welche Stilrichtung innerhalb der Kampfkunst wähle ich denn nun?

 

Meine Antwort:

Jede Kampfkunst hat was.

Bei meiner Kampfkunst empfehle ich „altes“ Taekwon-Do.

Wenn Taekwon-Do, dann möglichst immer das „traditionelle“ Taekwon-Do bevorzugen.

Einige Erkennungsmerkmale: Die Formenschule Hyong, manchmal die Schreibweise: Taekwon-Do, manchmal daran daß nur 20 Hyong und daß manchmal noch zusätzlich die Karateformen (Kata) gelehrt werden.

Sobald in einer Kampfkunst allerdings ein Wettkampfsystem mit Meisterschaften im Spiele ist, Vorsicht, meist Verlust der wesentlichen Inhalte.

Aber,...... auch da gibt es gute und schlechte Schulen.

Ich muß zugeben: Es fällt mir sehr schwer hier „allgemeingültige“ Ratschläge zu geben.

 

Modernes olympisches WTF-Taekwondo, mit der Formenschule Poomse, empfehle ich nicht mehr.

 

Wenn Sie Taekwon-Do als Kampfkunst und nicht als Wettkampfsport betreiben wollen ist auch ein Fachverband völlig unwichtig.

 

Der/die Kampfkunst - LehrerIn und die dort lernenden Taekwondoin sind ist für Sie das wichtigste.

Das muß zu Ihnen passen.

 

Kleine innere Hilfe:

Fragen Sie Ihren Bauch !

 

Da für den Anfänger aber alles nach Kampfkunst aussieht was einen schwarzen, weißen, gelben oder (hier ....... Farbe Ihrer Wahl einsetzen) ....... Anzug mit bunten und schwarzen Gürteln oder Schärpen trägt, hier eine kleine äußere Hilfe:

 

Achten Sie auf folgendes:

 

ü     Darauf, das eine Prüfungsordnung existiert mit möglichst vielseitigen technischen und theoretischen Inhalten aller Taekwon-Do Disziplinen. Je anspruchsvoller, um so besser für Sie. Eine anspruchsvolle Prüfungsordnung finden Sie auf diesen Webseiten unter Lehrunterlagen für Schüler, Schrift GW06. Es sind übrigens keine Stichproben-Prüfungsinhalte, das was dort steht wird tatsächlich geprüft.

 

ü     Das es keine Möglichkeit gibt Prüfungen zu überspringen. Das ist nämlich Unsinn, man braucht einfach Zeit, Reifezeit.

 

ü     Schauen Sie sich eine Prüfung an. Wird jeder Taekwondoin ernsthaft geprüft ? Cirka 30 echte Minuten nur für den einzelnen Anfänger sind durchaus angemessen. Gibt es eine ernsthafte theoretische Prüfung?

 

ü     Hat der Verein oder die Schule ein Lehrwesen, bekommen Sie theoretische Unterlagen zu den einzelnen Gürtelprüfungen? Gibt es einen Prüfungsbericht für den Taekwondoin?

 

ü     Das höchsten zweimal im Jahr Gürtelprüfungen sind und sie dafür viele Mindest-Trainingseinheiten (minimal sind 30 bis 45 a 1,5 Stunden pro Anfängerprüfung) wirklich nachweisen müssen.

 

ü     Das der Lehrer ein Kampfkunstmeister und nicht nur ein moderner Wettkampfsporttrainer ist. Ein Kampfkunstlehrer kann ihnen nämlich jede Frage nachvollziehbar beantworten. Spätestens nach der Unterrichtseinheit, falls die Frage nicht von allgemeinen Interesse ist und wenn er die Gruppe nicht stören will. Allerdings sollten Sie ihm keine Frage um der Frage willen stellen, oder Fragen die sie sich selbst beantworten können. 

 

ü     Ist die Halle (Dojang) sauber und freundlich, vielleicht sogar geschmückt.

 

ü     Ist der Verein oder die Schule eine versteckte Wehrsportgruppe. (Das ist selten, aber das gibt es gerade in den verschiedenen Kampfsportarten und wird gerne totgeschwiegen)

 

ü     Übrigens: Ob Verein oder Schule, mit oder ohne Fachverband, egal welche rechtliche Konstruktion sie vorfinden, hoher oder niedriger Beitrag, damit hat das Thema „Gute oder schlechte Taekwondo – Ausbildungsstätte“ absolut nichts zu tun.

 

Welche dieser Entscheidungshilfen ist wichtiger?

 

Na klar, „Der Bauch“

 

Aber letztlich gilt, ob Sie ein Kampfkunstmeister oder Kampfkunstmeisterin werden hängt nur von Ihnen ab.

 

Wenn Sie es wollen kann man es kaum verhindern.

 

Diese Erfahrung  kann sich lohnen, für mich hat sie es jedenfalls.

 

Hans Jürgen Sobota

 

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Fußnote zu:

Modernes olympisches WTF-Taekwondo, mit der Formenschule Poomse, empfehle ich nicht mehr.

 

Dies ist bedingt durch 10 Jahre intensives Training (1985 bis 1995) in diesem System, mit Erlangung dreier Dan-Grade, der C+B Trainer Lizenz und auch durch private suchende Hintergrundforschung zur Kampfkunst bedingt.

Dort finden Sie ein geregeltes Wettkampf-Aggressionssystem, einfachen Kampfsport, ohne große Reflektion, mit einem Bewegungssystem für den, den Wettkampf zwangssponsernden Breitensportler.

Und ständigen Funktionärsstreit. Schalten Sie einfach auf verschiedene Internet-Taekwondo-Seiten diverser Verbände und lesen Sie aufmerksam.

??? 

Dieses olympische Taekwondo wird langfristig den gleichen sportlichen Weg gehen wie das Boxen.

Eine vereinfachte koreanische Art des Kickboxens, nur ohne Hände, in dafür ungeeigneten Taekwondo-Anzügen mit Schutzausrüstung.

Philosophieansatz ist das Auswendiglernen von Wettkampfregeln.

Dazu kommt das Verbot aller ernsthaften Techniken im Wettkampf, sowie besonders des Faustangriffes zum Kopf; verbunden mit der Regel, daß der Angreifer in der Bewertung bevorzugt wird.

Das macht übrigens eine Weile richtig Spaß, wie Badminton oder Kickboxen oder.....  und dann?

 

Mein Fazit: Modernes Westen-Wett-Kampf-Taekwondo kann man später immer noch, locker, in drei Monaten erlernen.

Der umgekehrte Weg ist extrem schwerer, meist nicht mehr möglich.

Lesen Sie dazu, wenn Sie mögen, in meinen Lehrunterlagen „Bewegungslehre TKD“ GW18.

 

Für mich ist dieses Thema jedenfalls abgeschlossen und hier nur noch der Vollständigkeit halber aufgeführt.